Bombenalarm im Kanzleramt

Im Bundeskanzleramt ist ein an Bundeskanzlerin Merkel persönlich adressiertes Paket entdeckt worden. Der Inhalt hätte nach den Worten von Regierungssprecher Seibert Menschen verletzen können. Niemand kam aber zu Schaden.
Die westlichen Sicherheitsbehörden sind in Alarmbereitschaft, seit am Freitag in Großbritannien und Dubai in Flugzeugen zwei Paketbomben entdeckt wurden, die als Fracht aus dem Jemen mit Zielland USA auf den Weg gebracht worden waren. US-Ermittler vermuten die Extremistenorganisation El-Kaida auf der arabischen Halbinsel hinter der Tat.
Das Paket im Kanzleramt enthielt nach Medienberichten tatsächlich Sprengstoff. Der „Tagesspiegel“ aus Berlin meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, es habe sich um Schwarzpulver gehandelt. Nach Informationen der „Berliner Morgenpost“ befand sich in dem Paket eine bisher unbekannte Spreng- und Brandvorrichtung. Nach einer Meldung der Deutschen Pressagentur dpa traf das Päckchen gegen 13.00 Uhr MESZ im Kanzleramt ein. Als Absender sei das griechische Wirtschaftsministerium in Athen angegeben gewesen.
Paketbombenserie in Athen
In der griechischen Hauptstadt wurde die Polizei den zweiten Tag in Folge von einer Serie von Paketbomben in Atem gehalten, die an Botschaften geschickt wurden. Menschen wurden nicht verletzt. Hinter den Taten werden griechische Linksextremisten vermutet, die internationale Aufmerksamkeit erzielen wollen. Die Päckchen enthielten ein chemisches Pulver, das sich beim Öffnen entzünden kann. Auch an die deutsche Botschaft in Athen war ein verdächtiges Päckchen adressiert. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin schlug bei der Überprüfung des als Büchersendung deklarierten Pakets ein Metalldetektor an. Daraufhin sei das Paket an den Kurierdienst zurückgegeben worden. Dieser habe es entschärft. Nach Korrespondentenberichten aus Athen wurden an diesem Dienstag mindestens fünf weitere Paketbomben entdeckt. Sie konnten alle entschärft werden und richteten keinen Schaden an.
Die Serie hatte am Montag begonnen. Die Polizei fing mehrere Briefbomben ab, die an den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und an verschiedene Botschaften in Athen adressiert waren. Ein Sprengsatz explodierte in den Räumen eines Paketdienstes, dabei wurde eine Frau verletzt. Zwei Männer wurden festgenommen. Einer soll einer anarchistischen Gruppierung angehören, der zahlreiche Brand- und Bombenanschläge in den vergangenen beiden Jahren zur Last gelegt werden.
Autor: Michael Wehling (dpa, dapd, rtr, afp) Redaktion: Martin Schrader

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